Naturschutzgebiet Heudorfer Ried

Das Heudorfer Ried:
Die von den Eiszeiten geformte 160 ha große Niedermoorsenke, 620 m ü. NN,  bietet als einziges größeres Feuchtgebiet im östlichen Hegau Lebensraum für zahlreiche seltene, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Das Heudorfer Ried ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietsystems NATURA 2000 und teilweise Naturschutzgebiet. Seine Lage:
Ca. 1,5 km südlich von Eigeltingen-Heudorf.
Es werden jährlich mehrere naturkundliche Führungen angeboten.
Termine werden im Programmheften des NABU und dem Umweltzentrum Stockach sowie in der lokalen Presse veröffentlicht!

Heudorfer Ried: Jahresbericht 2010

2010 war ein ereignisreiches Jahr im Heudorfer Ried. Am 28. April fing das Schilf im NSG Feuer, das sich durch Trockenheit und anhaltenden Wind rasch ausbreitete. Schlimmeres konnte nur durch das schnelle und beherzte Eingreifen der Feuerwehr und einiger Landwirte verhindert werden. Die Brandursache ist unbekannt. Abgebrannt ist ca. ein Hektar großes Schilfröhricht mit vereinzelten Weidengehölzen. Die abgebrannte Fläche war Brutgebiet von Goldammer, Rohrammer, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Feldschwirl, Feldlerche, Schwarzkehlchen und Bluthänfling. Mitberücksichtigt sind hier auch die umgebenden Flächen, die hauptsächlich durch Löscharbeiten ebenfalls stark beeinträchtigt waren. Mit Sicherheit waren einige Bruten zu diesem Zeitpunkt angelegt.


Im Gegensatz zu den vorhergehenden Jahren war die Brutaktivität sowohl beim Schwarzkehlchen wie auch beim Braunkehlchen gering und es wurden wenig Jungvögel beobachtet. Zumindest ein Kiebitzpaar hat erfolgreich gebrütet, da zwei adulte Vögel mit zwei Pulli im Gewann Hardweiher beobachtet werden konnten.


Der Weißstorch hat auch 2010 das Nest nicht angenommen, obwohl den ganzen Sommer über regelmäßig einzelne Störche im Heudorfer Ried gesehen wurden. Der Schwarzstorch wurde 2010 nicht beobachtet. Im Herbst war während der Zugzeit nur einmal ein Raubwürger zu sehen und danach nicht mehr. Leider wurde nur einmal auch während der Zugzeit ein Wachtelkönig gehört.


Füchse, Rehe und Feldhasen sind das ganze Jahr zu beobachten. Wildschweine waren nicht so zahlreich wie 2009. Auch Hermeline und Dachse kann man immer wieder sehen. Festgestellt werden konnte erstmals der Schlammpeizger. Auf diesen Fisch muss bei zukünftigen Grabenräumungen Rücksicht genommen werden, da es sich um eine Rote Liste und FFH-Art handelt.


Im Gegensatz zu 2009, war 2010 die stark gefährdete Sumpfschrecke an verschiedenen Stellen häufig. Auch verschiedene Libellenarten waren gut vertreten. An der neuen Blänke haben sich u a. einige Exemplare der Großen Königslibelle angesiedelt.


Die Trollblume blühte stärker als in den vorangegangenen Jahren. Das Fleischfarbene Knabenkraut hatte einen ähnlichen Bestand wie 2009. Die Kugelige Teufelskralle hat sich gegenüber dem letzten Jahr vermehrt und es ist erfreulich, dass der Frühlingsenzian wieder zahlreich geblüht hat. Auch die Prachtnelke, die Akeleiblättrige Wiesenraute und das Breitblättrige Wollgras hatten gute Bestände.


Realisiert wurde im Oktober die Wiederherstellung eines alten Grabensystems im Gewann Hardweiher. Insgesamt wurden im Heudorfer Ried ca. 2.500 m Gräben ausgebaggert. Dies darf in den kommenden Jahren nicht mehr in diesem großen Umfang pro Jahr geschehen.


Störungen im Gebiet durch freilaufende Hunde sind weiterhin problematisch. Auch das Befahren der Wege mit Kfz.

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