Systematische Stellung: Ordnung Ruderfüßer, verwandt mit Pelikanen und Tölpeln.
Verbreitung: mit Ausnahme von Südamerika fleckenartig in allen Erdteilen, in Europa als Brutvogel vor allem in den Küstenregionen von Nord- und Ostsee, Schwarzem und Kaspischem Meer. In Mitteleuropa starker Zuzug im Winter aus Nordeuropa, mittlerweile wieder Brutansiedlungen an Binnengewässern.
Aussehen: knapp gänsegroßer Tauchvogel, Männchen ca. 3 kg, Weibchen ca. 2-2,5 kg, überwiegend schwarzes Gefieder mit Erzglanz, im Prachtkleid weißer Schenkelfleck und viel Weiß am Kopf (Unterart Ph. c. sinensis), Vögel bis 3 Jahre überwiegend braun mit schmutzig-weißer Unterseite.
Geschlechtsreife: im Alter von 3 Jahren (d. h. im 4. Kalenderjahr).
Paarungssystem: Saison-Ehe, Balz im März/April, Männchen wählt den Nistplatz, beide Partner bauen das Nest; typisches Balzverhalten ist das „Flaggen“ des Männchens auf dem Nest (Aufrichten von Hals und Schwanz und Flügelrudern).
Nest: meist in Kolonien auf hohen Bäumen in Gewässernähe, Material (Äste) wird von Bäumen abgebrochen, Weiterbau des Nestes während der Jungenaufzucht.
Eier: weiß, Vollgelege meistens aus 3-4 Eiern zwischen April und Juni.
Brutdauer: 28 Tage, beide Partner brüten.
Jungenaufzucht: Nestlingsdauer 7 Wochen, Junge klettern früh aus dem Nest, Fütterung durch beide Altvögel mit vorverdauter Nahrung, Flugvermögen der Jungen mit 2 Monaten.
Höchstalter: 20 Jahre.
Sozialverhalten: sehr gesellig, Koloniebrüter, auch noch nicht brütende Jungtiere halten sich oft in den Brutkolonien auf und übernachten dort, Fischfang manchmal in Gruppen, gegenseitiges Beutestehlen (Kleptoparasitismus) häufig.
Nahrung: ausschließlich Fische (Beutegröße im Durchschnitt 10-15 cm, Aale bis 65 cm, maximales Beutegewicht 500 g), werden bis in mehr als 30 m Tiefe unter Wasser verfolgt und mit dem Hakenschnabel gegriffen, Tagesbedarf 425-700 g Fisch pro Kormoran, Hauptbeute meistens Massenfischarten (Weißfische).